|
Zeitzeugen |
Marschallstrasse Haus Nr. 12 ![]() |
|
|
|
![]() |
||
|
Haus Nr. 12 Unser Haus hatte die Nummer 12. Von unten aus gesehen, war es das Vierte und hätte eigentlich die Nummer 8 haben müssen, aber da war ja noch das große unbebaute Grundstück dazwischen. Deshalb war wohl die Nummer 8 und 10 nicht vergeben worden. Im Eckhaus mit der Nummer 2 war ebenerdig das Ladengeschäft "KONSUM". Mutter ging dort zuerst nicht einkaufen, weil es ein "Armeleuteladen" war, später dann immer häufiger. Für mich war der "KONSUM" zu einer bestimmten Zeit höchst wichtig. Es war der Zeitraum, als eine damals bekannte Margarinenmarke, an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern, als Zugabe wunderschöne farbige Bilder aus den Karl-May-Romanen anbot. Zuerst bekam man pro Packungseinheit, ich vermute es war damals ein halbes Pfund, nur ein Bildchen, später wurden die Bilder mehr oder weniger verschleudert. Da war der "KONSUM" für mich nicht mehr interessant. |
||
![]() |
||
![]() |
||
|
Gebäude Marschallstraße 14. |
![]() |
||
|
Hinter dem Haus, wo bei uns Hof und Garten war, hatte der Meister seine Werkstatt. Dort wurden die Geräte, Leitern und die vielen Farbeimer gelagert. Von uns aus konnte man sehr gut vom Küchenfenster aus auf die Werkstatt sehen. Die beiden Höfe waren getrennt durch eine Mauer, auf unserer Seite war eine Teppichstange in über zwei Meter Höhe angebracht. Die armen Hausfrauen mussten die Teppiche aus der Wohnung durch das Treppenhaus bis auf den Hof schleppen, mit einem Schwung über die Stange wuchten und dann wurde mit dem Teppichklopfer auf die Dinger eingeschlagen, auf dass der Schmutz heraus fiel. Wenn im Winter Schnee lag, wurden die Teppiche mit der Oberseite in die weiße Pracht gelegt und dann von oben beklopft. "Dabei kommen die Farben besser zum Vorschein", sagte meine Mutter. |
||
![]() |
||
![]() |
||
|
Ladengeschäft Marschallstraße 16. |
![]() |
||
![]() |
||
|
Ladengeschäft Marschallstraße 16. |
![]() |
||
|
Der Laden war mir hingegen sehr sympathisch, denn einige Male habe ich dort für einen gefundenen Kupferpfennig, ein leckeres Himbeerbonbon bekommen. An dieses Haus schloss sich an das freie Grundstück mit dem Pflaumenbaum. Dann kamen noch ein paar Häuser. Am Ende der Straße war dann noch die Kneipe "zur Dillenburg". Das Haus sah wirklich aus wie eine kleine Burg. Ich komme später noch darauf zurück. |
||
![]() |
||
|
Restaurant Dillenburg in Vohwinkel auf einer Postkarte. |
![]() |
||
|
Berichtenswert ist von unserer Straßenseite noch die Schumacherwerkstatt. Man gelangte vom Eingang des Hauses einige Treppen tiefer in seinen Arbeitsbereich. Ich habe heute noch die Gerüche von Leder, Kleber und den Maschinen in der Nase. |
||
![]() |
||
![]() |
||
|
Die Häuser Marschallstraße 13 und 15. |
![]() |
||
|
Dann weiter nach oben auf der Strasse, zwei Fabrikantenvillen, eine von dem Mopphersteller. Im Anschluss daran noch einige weitere Viergeschossige und am Ende schließlich, gegenüber der "Dillenburg" unsere Erlebniswelt, eine große Wiese mit Wiesenschaumkraut im Frühjahr und später den Talerblumen. Von hier aus unternahmen wir Kinder unsere ersten Excursionen außerhalb der Bannmeile, wo die Eltern uns noch unter Kontrolle hatten. |
||
![]() |
||||
|
|
||||
![]() |
|
Zeitzeugen |
/ Marschallstrasse 04 Haus Nr. 12 |
|||||
|
|
|
|